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Waldbaden - eine Kurzanleitung

Aktualisiert: 22. Mai 2022



Waldbaden liegt stark im Trend. Kein Wunder, schließlich ist seine gesundheitsfördernde Wirkung mittlerweile auch wissenschaftlich belegt.


Waldbaden, was soll das denn sein?

Wer den Ausdruck noch nicht kennt, dürfte erst einmal an das Baden in einem Waldsee denken. Zwar kann man dies zusätzlich noch machen - sofern sich die Gelegenheit dazu bietet - doch das ist nicht gemeint. Vielmehr geht es darum, in die Waldatmosphäre einzutauchen, genauso wie in das Wasser eines Sees.

Dabei geht es nicht einfach nur um einen Spaziergang oder einen Aufenthalt im Wald. Vielmehr ist das Ziel, den Wald mit all unseren Sinnen bewusst wahrzunehmen und uns mit der natürlichen Umgebung möglichst tief verbunden zu fühlen.

Um dies zu erreichen, bieten sich verschiedenste Übungen an.


 

Warum ist Waldbaden gesund?


Der Wald hat viele günstige Eigenschaften zu bieten, wie ein angenehmes Mikroklima, saubere Luft, oder eine ruhige, entspannende Atmosphäre. Doch den Hauptfaktor für seine gesundheitsfördernde Wirkung stellen die Terpene und terpen-ähnlichen Substanzen dar.


Wer oder was sind Terpene?

Pflanzen können miteinander kommunizieren. Das ist keine Esoterik, sondern wissenschaftlich anerkannter Fakt. Sie kommunizieren unterirdisch über ihre Wurzeln mit Hilfe von Pilzen und sie kommunizieren oberirdisch mit Hilfe von Botenstoffen über die Luft. Diese Botenstoffe sind als Terpene und Terpenoide bekannt, von denen man bis dato rund 30.000 unterschiedliche identifizieren konnte.


Wie wirken diese Terpene auf uns Menschen?

Das ist noch nicht sehr gut erforscht. Es gibt starke Hinweise darauf, dass Terpene mit unserem Immunsystem, unserem Hormonsystem, unserem Herz-Kreislauf-System, ja sogar mit unserem Gehirn interagieren.


So konnte etwa gemessen werden, dass nach längerem Aufenthalt im Wald die Zahl der Natürlichen Killerzellen (NK) in unserem Blut bis zu mehr als fünfzig Prozent höher lag als vor dem Aufenthalt und sie außerdem vitaler waren. Die NKs sind das Herzstück unseres Immunsystems. Sie bekämpfen nicht nur Krankheitserreger an vorderster Front - lange bevor Antikörper überhaupt ins Spiel kommen - sondern sie vernichten auch potentielle Krebszellen, die in unserem Organismus durch Fehler beim Kopieren der DNA immer wieder entstehen.


Weitere messbarer Effekte sind die Reduktion von Stresshormonen, eine Weitung der Blutgefäße (Resultat: der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet), sowie eine positive Wirkung auf psychische Erkrankungen, wie Depression oder bipolare Störungen durch Ankurbelung der Serotonin-Produktion. Auch eine allgemeine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit konnte nachgewiesen werden.


Die oben genannten sind nur einige der diskutierten positiven Auswirkungen von Terpenen auf den menschlichen Organismus.



Waldbaden - So gelingt es


  1. Nimm dir mindestens 2 Stunden Zeit!

  2. Gehe es ruhig an! Sportliche Höchstleistungen sind nicht gefragt und hier ist tatsächlich der Weg das Ziel

  3. Sei achtsam! Was gibt es zu sehen, zu hören, zu riechen?

  4. Gehe möglichst tief in den Wald! Dort ist die Konzentration der gesunden Terpene am höchsten.

  5. Atme tief ein und aus, um möglichst viele Terpene zu konsumieren!

  6. Mache Übungen, wie Sitzplatz, Barfußgehen, oder "Mein Baum" um dich noch stärker mit dem Wald zu verbinden.

  7. Mache Pausen, besonders wenn du länger unterwegs bist, und trinke ausreichend, am besten Wasser oder Tee.



Eine kleine Auswahl an Übungen...


...die dir helfen können, noch tiefer in den Wald einzutauchen:


  • Sitzplatz: Suche dir einen Ort, an dem du dich besonders wohl fühlst. Lass‘ dich einige Zeit nieder und sei stiller Beobachter. Registriere ganz bewusst alles, was an diesem Ort passiert: Tiere, Pflanzen, Geräusche, Gerüche. Unterdrücke den Drang, weiter gehen zu müssen. Wenn Gedanken oder Emotionen aufkommen, halte nicht an ihnen fest, sondern lass sie vorüberziehen, so wie ein Blatt, das in einem Fluss an uns vorbei treibt. Mache den Platz zu „deinem Platz“ und suche ihn immer wieder auf. Beobachte, wie er sich sich im Laufe der Zeit verändert.

  • Barfußgehen: Es ist ganz einfach: Zieh‘ deine Schuhe aus und spüre den Waldboden unter deinen Füßen.

  • Mein Baum: Suche einen Baum, der dich besonders anzieht. Verweile bei dem Baum. Wie sieht er aus, wie fühlt er sich an, wie duftet er? Besuche regelmäßig "deinen" Baum und erfahre, wie er sich mit der (Jahres)Zeit verändert.

  • Wer möchte, kann auch seine gewohnten Übungen im Wald machen. Yoga, Qigong und Meditationsübungen bieten sich besonders an.



Häufige Fragen zum Waldbaden:


Wie oft soll ich waldbaden?

Es gibt keine Überdosis beim Waldbaden. Je öfter, desto besser. Ein ausgedehnter Waldspaziergang stärkt das Immunsystem bis zu 7 Tage lang, 3 ganze Tage hintereinander im Wald sogar für einen Monat.


Muss es ein Wald sein, oder genügt auch ein Park?

Zur Not tut es auch ein Park oder ein Garten mit Bäumen. Aber je dichter der Baumbestand, desto höher die Konzentration der Terpene und desto stärker die Wirkung.


Kann ich auch im Winter waldbaden?

Die meisten Terpene befinden sich zwar von Juni bis August in der Waldluft, aber auch im Winter sind die Botenstoffe in geringerer Konzentration vorhanden.



 

Nun wünschen wir viel Spaß im Wald.


Wir bieten auch regelmäßig angeleitetes Waldbaden im Raum Salzburg an. Besuche uns auf www.erlebe-natur.at und erfahre mehr über unsere Veranstaltungen.


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